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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 11 | Freitag 19. März 2021

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Das 1951 errichtete

Das 1951 errichtete Wohnhaus Nr. 10 der Feldkreuzsiedlung wurde 1963 um einen Stickereianbau erweitert. Historisches Archiv Bauerbe Stickerhäuser – Nachkriegszeit Obwohl man auch während des Zweiten Weltkrieges in Lustenau stickte, wurde in der Gemeinde kaum mehr gebaut und es finden sich heute auch keine stickereirelevanten Gebäude aus dieser Zeit. Nur vereinzelt existieren noch Stickereigebäude, in die in der unmittelbaren Nachkriegszeit investiert worden ist. Erst in den 1950er-Jahren wurde in Lustenau wieder vermehrt gebaut. Obwohl auch weiterhin noch Wohnhäuser mit Stickereien im Erdgeschoss errichtet wurden (z. B. Grindelstraße 9), zeigt eine Analyse der Bauakten, dass damals oft zuerst das Wohnhaus gebaut und erst einige Zeit später ein Sticklokal angebaut (z. B. Feldkreuzstraße 10) bzw. sehr häufig freistehend neben dem Wohnhaus errichtet wurde (z. B. Brändlestraße 25). Die architektonische Formensprache änderte sich insofern, als dass bei den Wohnhäusern nun keine Kreuzgiebel mehr ausgebildet wurden. Die Flachdächer der Stickereianbauten wurden vielfach auch als Veranda genutzt. Die längliche Halle mit Satteldach als Form der freistehenden kleinen Sticklokale blieb bestehen, wurde aber in ihren Ausmaßen gegebenenfalls an die wachsenden Größen der Maschinen angepasst. Die Ausstellung „Bauerbe Lustenauer Stickerhäuser – Eine Bestandsaufnahme“ dokumentiert über 400 heute noch existierende Gebäude mit Stickereibezug, darunter viele sogenannte „Stickerhäuser“ aus der Lustenauer Gründerzeit. Anhand hochwertiger Fotografien der Bauobjekte sowie Reproduktionen von alten Bauplänen wird deutlich, wie die in Lustenau lange Zeit absolut dominante Stickereiwirtschaft in den letzten 150 Jahren Architektur, Ortsbild und damit einhergehend die Lebenswelten in der Gemeinde prägte. Die aktuellen Architektur-Fotografien von Lukas Hämmerle und Max Fetz treten in der Ausstellung in Dialog mit den historischen Dokumenten und Bauakten. Das aufwendige Display für die 16 Nr. 11 / 21 | Lustenauer Gemeindeblatt

stickerei“ in den Räumlichkeiten des Vereins „Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation (S‐MAK)“ in der Hofsteigstraße 21 in Lustenau, wo Fotograf Lukas Hämmerle während des Ausstellungszeitraumes weitere im Zuge des Dokumentationsprozesses entstandene Fotoarbeiten präsentiert. Bauerbe Die hinter dem 1950 erbauten Wohnhaus Brändlestraße 25 gelegene freistehende Stickerei wurde im Jahr 1964 errichtet. Ausstellung wurde von den Bühnenbildnern Valentin Hämmerle und Jan Klammer erarbeitet. Das Rahmenprogramm zur Ausstellung setzt sich coronabedingt mit einem Fokus auf Veranstaltungen im Freien zusammen und wird laufend den aktuellen Auflagen angepasst. Jeweils tagesaktuelle Infos finden Sie online unter: www.lustenau.at/dock20. Im begleitend zur Ausstellung erscheinenden Katalog erweitern ein Kommentar von Verena Konrad (Leiterin vai – Vorarlberger Architektur Institut) sowie ein Essay von Wolfgang Fiel (Architekt und Direktor am Institute for cultural policy in Wien) den Blick auf das Thema um soziokulturelle Perspektiven und Fragestellungen. Der hochwertig produzierte, über 500 Farbabbildungen enthaltende Katalog ist um 32,– Euro u. a. im DOCK 20 erhältlich. Lustenauer Stickerhäuser Ausstellung DOCK 20, Kunstraum und Sammlung Hollenstein Pontenstr. 20 www.lustenau.at/dock20 Öffnungszeiten: FR, SA, SONN- UND FEIERTAGE, 15 BIS 19 UHR Einen vertiefenden Blick zum Thema Stickerei vermittelt die Ausstellung „Eine kurze Geschichte der Vorarlberger Maschinen- Das Erdgeschoss des 1950 als Wohnhaus mit Sticklokal errichteten Hauses Grindelstraße 9 wird seit 2008 als Friseursalon genutzt. (Fotos Lukas Hämmerle) Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 11 / 21 17

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