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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 13 | Freitag 27. März 2020

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Vereine Stickerei –

Vereine Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation (S‐MAK) Nach der Auflösung des Lustenauer Stickereimuseums wurden die Exponate der Sammlung per Schenkung der Gemeinde Lustenau vermacht. In Folge eines von der Gemeinde angeregten Prozesses zur Etablierung eines Orts für eine Neupräsentation der Stickerei, gründeten Interessierte im Juni 2018 den Verein „Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation“, kurz S‐MAK (gesprochen: [ s.mak]). Langfristig angelegtes Projekt Seit der Gründung widmet sich der Verein der Erfassung, Digitalisierung, Konservierung und Erweiterung der bereits bestehenden Sammlung. Dabei werden innere Strukturen sowie neue Konzepte für die Neupräsentation des Themas Stickerei erarbeitet. Die Durchführung dieses „Experimentierlabors auf Dauer“ geschieht partizipativ, experimentierfreudig und ergebnisoffen. Dabei sollen möglichst viele Interessierte auf Augenhöhe in diesen Prozess eingebunden werden. Ziel ist es, dauerhaft einen Ort in Lustenau zu etablieren, an dem mit digitalen und analogen Sammlungsobjekten, Medien und Veranstaltungsangeboten unterschiedlichste Aspekte der Stickerei aufgearbeitet und präsentiert werden. 3 Nachhaltigkeit als Grundsatz Dem Verein ist es ein Anliegen, nachhaltige, durchdachte und ausbaufähige Lösungen anzubieten. Diese Lösungen beinhalten zum Beispiel einen sehr pragmatischen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten in der Hofsteigstraße 21. An diesem Standort des ehemaligen Stickereibetriebs Ferdinand Grabher stehen dem Verein rund 400 m 2 Fläche zur Verfügung. Vorerst werden die Räume noch ohne große Adaptionen genutzt, um in besagtem experimentellen Prozess zu einem tragfähigen Nutzungskonzept zu finden, das auch Vorschläge für architektonische Anpassungen beinhalten soll. Kreative Lösungungen Als gesellschaftliches Beziehungsgefüge beinhaltet die Stickerei viele Berührungs- und Anknüpfungspunkte mit identitätsstiftenden historischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und künstlerischen Faktoren. Diese Anforderungen werfen viele Fragen auf, die vom Verein S-MAK mit einer gewissenhaften, bedachten Gründlichkeit durchgeführt werden. Was derzeit aufgrund der begrenzten Personal- oder Platzverhältnisse noch „Eine kurze Geschichte der Vorarlberger Maschinenstickerei in fünf Kapiteln.“ So heißt die erste kleine Dauerausstellung in den Räumlichkeiten des Vereins S-MAK in der Hofsteigstraße 21. (Foto Daniela Fetz) 18 Nr. 13 / 20 | Lustenauer Gemeindeblatt

nicht möglich ist, wird mit kreativen Lösungen in den experimentellen Prozess eingebunden: Mangelndes Aufsichtspersonal für die Dauerausstellung wird durch ein grafisches Leitsystem ersetzt, das die BesucherInnen eigenständig von Objekt zu Objekt führt. Die Öffnungszeiten wurden auf jene des Druckwerks abgestimmt, sodass Interessierte durch dessen Werkstatt in das Nebengebäude zur Ausstellung des S-MAK gelangen. Seine Experimentierfreudigkeit beweist der Verein über unterschiedliche Veranstaltungsangebote und Projekte, die teils auf ungewöhnliche Weise einen neuen Blick auf die vielen Aspekte des Themas Stickerei gewähren. Verein regelmäßig über die Website www.s-mak.at und über Social Media. Hier informiert er auch zu allen Veranstaltungen und Projekten. Experimentelle Veranstaltungsangebote Statt einer Vorführung von Veränderungen im Produktionsprozess werden bei einem „Stickereispaziergang“ externe Stickereien besucht. In den Depotführungen werden die Sammlungsgegenstände aus den Schachteln hervorgeholt, weil der Platz für ein Schaudepot nicht ausreicht. Dies hat den Vorteil, dass jede Führung anders ist, weil andere Archivschachteln geöffnet werden, die immer wieder neue Überraschungen für die BesucherInnen bereithalten. Für künstlerische Präsentationen werden bestehende Formate genützt, wie beispielsweise das „Cul de Sac“ im Künstlerhaus Bregenz. Eine dort gezeigte textile Installation, die mittels Objekten und Fotografien einen Einblick in die vielseitigen Themen und Aufgaben ermöglichte, gestattete neue Blickwinkel und erschloss zudem ein weiteres interessiertes Zielpublikum. Beim Stickereispaziergang mittels Busfahrt quer durch Lustenau bietet sich die Möglichkeit, die technische Entwicklung der Stickereimaschinen genauer kennenzulernen. (Foto Christian Grass) Kontaktdaten Stickerei – Museum . Archiv. Kommunikation (S‐MAK) Verein zur Neupräsentation der Stickerei Hofsteigstraße 21, 6890 Lustenau T +43 5577 84028 E info@s‐mak.at, www.s‐mak.at Instagram: www.instagram.com/s_mak_lustenau Facebook: www.facebook.com/smaklustenau In der Hofsteigstraße 21 wurden Depoträumlichkeiten eingerichtet, um die Sammlung aus der Pontenstraße konservatorisch korrekt zu verwahren. (Foto Miro Kuzmanovic) Ambitionierte Pläne Es gibt noch viele weitere Ideen, an denen die Mitglieder des Vorstands Großteils ehrenamtlich arbeiten. So ist die Durchführung einer Residency für KünstlerInnen geplant, welche in Kooperation mit dem Druckwerk und der Galerie Hollenstein stattfindet. Zusätzlich werden für die Verdichtung des kollektiven Gedächtnisses auch Interviews mit Zeitzeugen im Rahmen eines Oral-History-Projektes durchgeführt. Einblicke gibt der Ein Teil des S-MAK-Vorstandes. (Foto Marcel Hagen) Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 13 / 20 19

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