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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 24 | Freitag 18. Juni 2021

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Kultur „Üsa

Kultur „Üsa Luschnou“ wird in der Kinothek gezeigt Nur wenige Lustenauer:innen können auf einen reichen Filmfundus längst vergangener Jahrzehnte zurückgreifen. Manfred Bösch macht seinen Archivschatz nun öffentlich. Manfred Bösch, Jahrgang 1935, wuchs in Innsbruck auf und frönte schon in den 1950er-Jahren seinem Hobby, dem Filmen. Als selbständiger Kaufmann im bekannten Schreibwarengeschäft Bösch in der Schillerstraße nutzte er jede Gelegenheit, Ereignisse und Personen jener Zeit filmisch festzuhalten. Er war stets bereit, mit seiner Kamera auszurücken und konnte so auch spontan unwiederbringliche Momente festhalten. Viele Jahre schlummerten diese Aufnahmen im Archiv und wurden nur partiell bei speziellen Anlässen, aber nie öffentlich gezeigt. Insgesamt entstand ein Gesamtwerk, das das Publikum in packender Art in die jüngere Lustenauer Geschichte eintauchen lässt und das auch „jüngeren Semestern“ einen wertvollen, lebendigen Einblick in ein Lustenau der 1960er- bis 1980er- Jahre ermöglicht. Streifzug durch die jüngere Geschichte Der Hobbyfilmer hat nun seine Filmaufnahmen geordnet und zu einem phantastischen Rückblick auf die Geschichte von Lustenau formiert. Dem Publikum werden längst verstorbene Lustenauer Originale in bewegten Bildern wieder in Erinnerung gerufen. Manfred Bösch hielt aber etwa auch den Brand des traditionsreichen Gasthofes Adler filmisch fest. Er entführt das Publikum auf die „Luschnouar Kilbi“ des Jahres 1983 mit Auch in den frühen 1980ern war in Lustenau am Kilbisonnta viel los. Vorführung in der Kinothek Nachdem der erste Vorführungsreigen im Theresienheim durch COVID-19 abrupt beendet werden musste, hat Manfred Bösch die Zeit gemeinsam mit Kinothek-Betreiber Pierre Fenkart genutzt, um eine Kino-Version seiner zeitgeschichtlichen Dokumentation anzufertigen. Am Samstag, den 19. Juni um 20 Uhr und am Sonntag, den 20. Juni um 17 und 19.30 Uhr lädt Manfred Bösch in die Kinothek ein. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden kommen der Lebenshilfe Lustenau zugute. Karten gibt es unter www.kinothek.at oder an der Abendkassa. Manfred Bösch hielt die 1960er- bis 80er-Jahre filmisch fest. Kilbiständen von Lustenauer Unternehmen, von denen es nur wenige in die Gegenwart geschafft haben. Lebendig werden aber auch die Erinnerungen an die ersten Lustenauer Funken, die für den Funkensonntag noch im Rheinvorland gebaut wurden und bei denen nicht nur „biogene Materialien“ verbrannt wurden. Die Aufnahmen werden in charmanter Weise von Ilse Bösch kommentiert. 10 Nr. 24 / 21 | Lustenauer Gemeindeblatt

Kultur „Schlingensief“ im Programmkino Die im vergangenen Herbst jäh unterbrochene Programmschiene „Kultur im Kino“ wird nahtlos fortgesetzt. Dabei präsentiert die Kinothek Lustenau diesen Sommer Filme, die das bereits bestehende Angebot im Land bereichern sollen und die abseits des Mainstreams angesiedelt sind. ungebändigte Energie sich unwillkürlich auf die Zuschauer überträgt. Die tiefgründige Annäherung an sein mannigfaltiges Œuvre ist das erste umfassende Filmporträt über den provokanten Regisseur, der letztes Jahr 60 Jahre alt geworden wäre und dessen Todestag sich damals zum 10. Mal gejährt hat. Das von Yvonne Rüscher und Gerhard Klocker kuratierte Programmkino verspricht alle zwei Wochen ,,einen richtig guten Film.“ Ab 22. Juni läuft mit „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ für zwei Wochen, jeweils dienstags um 20 Uhr und mittwochs um 18 Uhr, eine bewegende Dokumentation in der Kinothek: Mit seinen „Heimatfilmen“, seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst hat Christoph Schlingensief über zwei Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland und Österreich mitgeprägt. Die renommierte Filmeditorin Bettina Böhler unternimmt den Versuch, den Ausnahmekünstler in seiner ganzen Bandbreite zu zeigen. Der Film durchlebt die ganze Entwicklung Schlingensiefs: vom quasi pubertierenden Filmemacher im Kunstblutrausch, über den Bühnenrevoluzzer von Berlin und Bayreuth bis hin zum Bestsellerautor. In ihrem unterhaltsamen und gleichzeitig tief berührenden Regiedebüt montiert Böhler virtuos private Aufnahmen und künstlerische Arbeiten Schlingensiefs, dessen Kultur Termine Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien Dokumentarfilm | von Bettina Böhler | Deutschland, 2020 | 124 min DI, 22. UND 29. JUNI | 20.00 UHR MI, 23. UND 30. JUNI | 18.00 UHR Kinothek Lustenau Programmvorschau: Ab. 6. Juli: Diamantino Ab. 27. Juli: Gone in 60 seconds (1974) Kurzfristige Programmänderungen vorbehalten. Filmstill „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“. (Foto Stadtkino Filmverleih) Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 24 / 21 11

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