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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 24 | Freitag 18. Juni 2021

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

KUNDMACHUNG über die in

KUNDMACHUNG über die in der 7. Sitzung der Gemeindevertretung am 20.05.2021 gefassten Beschlüsse Vielfalt an geförderten Projekten und Initiativen. Corona hat uns in der Not erfinderisch gemacht, und deshalb sind Projekte wie Lustenau bringt’s, unser Botendienst, Klassik im Hof oder Sommer.Lust goes Fahrrad entstanden. Auch unsere Vereinsförderungen im Kultur- und Sportbereich können sich sehen lassen, und ich bin froh, dass wir gerade im letzten Jahr unseren durch Corona stark belasteten Vereinen ein guter verlässlicher Partner waren. Und wir sind gut beraten, hier neben der ideellen Unterstützung auch durch gezielte Investitionen und großzügige Förderungen gute Voraussetzungen zu schaffen. Durch ihren Einsatz und ihr Vorbild stärken sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir können durch gezielte Investitionen und Förderungen wichtige Rahmenbedingungen für eine lebenswerte Gemeinde schaffen, aber es sind vor allem engagierte Menschen, die mit großem persönlichen Einsatz einen unbezahlbaren Beitrag für unsere Sicherheit und Lebensqualität leisten. Wie zum Beispiel unsere Rettung und Feuerwehr, auf die wir in der Coronakrise zählen konnten, wenn es galt, in kürzester Zeit große Testaktionen zu planen und durchzuführen und fast über Nacht neue Testangebote zu schaffen. Ein gutes Klima des Miteinander in einer Gemeinde wirkt hinein in die Kindergärten und Schulen und auch in die Betriebe. Ich war heute Nachmittag gerade zu Besuch bei einem Lustenauer Unternehmen und bin einmal mehr beeindruckt von der innovativen Kraft, dem unternehmerischen Mut und Geschick und dem guten Miteinander im Team. Danke allen Lustenauer Unternehmerinnen und Unternehmern mit ihren zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unsere vielfältigen Betriebe erfüllen die Marke Lustenau mit Leben, sie sind wichtige Ausbildungs- und Begegnungsorte und für uns oft wertvolle Projektpartner. Bedanken möchte ich mich auch bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und bei meinem Krisenstab, stellvertretend bei René Schreiber, Markus Rusch und Eugen Kanonier. Ein besonderer Dank gilt auch unserer Sozialreferentin. Die Corona-Krise hat auch uns viel abverlangt, aber auch unseren Zusammenhalt gestärkt. Einen besonderen Dank möchte ich allen aussprechen, die in dieser schwierigen Zeit direkt für und mit Menschen gearbeitet haben, mit Kindern, Jugendlichen und pflegebedürftigen Menschen. Wir hatten in unseren beiden Seniorenhäusern keine Coronatoten zu beklagen, der Geschäftsführer unserer Sozialdienste GmbH Franz Reich hat gemeinsam mit den Pflegedienstleitungen und Teams im Hasenfeld und im Schützengarten für größtmögliche Sicherheit und gleichzeitig auch für bestmögliche menschliche Wärme und Nähe gesorgt. Bestmögliche Wärme und Nähe – das war auch für unsere Kindergartenpädagoginnen und Kinderbetreuungen ein wichtiges Leitmotiv. Dafür sind wir sehr dankbar. Dass wir 2020 das zukunftsweisende Projekt Esskultur Lustenau finalisieren und in unserer Sozialdienste GmbH beheimaten konnten, ist für mich ein ganz besonderes Highlight des bewegten Jahres 2020. Gesundes, frisch gekochtes Essen aus möglichst regional produzierten Lebensmitteln … für unsere Jüngsten und Ältesten, unsere Kinder an den Kindergärten und Schulen und für unsere Bewohner:innen der Seniorenhäuser oder beliefert durch Essen auf Rädern zu Hause. Das Esskultur-Team, geleitet von Dietmar Hagen bringt es auf den Punkt: Weil wir für sie eine besondere Verantwortung tragen. Weil Essen viel bewirken kann. Freude und Genuss stiften, Quelle für Gesundheit und nachhaltige Arbeit sein kann, Gastlichkeit ermöglichen und die Gemeinschaft stärken kann. Weil Esskultur unsere Herzensangelegenheit ist. Esskultur als Herzensangelegenheit – nicht nur von Dietmar Hagen und seinen Mitarbeiter:innen. Ein so besonderes Projekt lässt sich nur in einem besonderen Klima der Zusammenarbeit planen und umsetzen. Ich kann nicht alle aufzählen, die einen persönlichen Beitrag für das Gelingen geleistet haben, aber ich danke allen, für die wertvollen persönlichen Beiträge und allen Fraktionen für den wichtigen politischen Rückhalt. Esskultur Lustenau wird in Zukunft einen ganz wichtigen Beitrag dafür leisten, was für uns ein Herzensanliegen ist und eine große Verantwortung: Dass Lustenau ein guter, chancenreicher Ort für Kinder ist. Vorarlberg hat sich das Ziel gesetzt, die chancenreichste Region für Kinder zu werden. Ich durfte im Projektteam mitarbeiten und habe als leidenschaftlicher Kommunalpolitiker vor allem die Überzeugung eingebracht, dass es – wie es ein afrikanisches Sprichwort treffend ausdrückt – ein ganzes Dorf braucht, damit ein Kind gut – und das heißt vor allem auch chancenreich aufwachsen kann. Es braucht eine gute Dorfgemeinschaft, ein gutes Miteinander, starke Familien und starke Vereine, Betriebe und Institutionen, die die Familien stärken. Die Chancen und Rechte der Kinder müssen auch in unserem rathaus Rathausstraße 1 · A-6890 Lustenau · T +43 5577 8181-1200 · gemeindeamt@lustenau.at 26 Nr. 24 / 21 | Lustenauer Gemeindeblatt

KUNDMACHUNG über die in der 7. Sitzung der Gemeindevertretung am 20.05.2021 gefassten Beschlüsse Rathausstraße · A-6890 Lustenau · T +43 5577 8181-1200 · gemeindeamt@lustenau.at Rathausstraße 1 6890 Lustenau T +43 5577 8181-1200 gemeindeamt@lustenau.at tet. Oder wie ich es im ersten Schock der Trassenentscheidung ausgedrückt habe: Heißt CP am Ende Cholera oder Pest, eine Lösung, die unsere Gemeinde spaltet oder eine Nulllösung, die uns jegliche Hoffnung auf eine echte Verkehrsentlastung nimmt. Wir alle, die wir in der Gemeindepolitik Verantwortung tragen, sind hier stark gefordert, in diesem Planungsprozess aber auch in parallel dazu verlaufenden, wie der Netzstrategie Diepoldsau. Die beiden großen Planungsprozesse sind bei uns kaum budgetwirksam, aber für die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde und unserer Region von größter Bedeutung. Der Rechnungsabschluss 2020 zeigt aber eindrucksvoll, wie viel Gestaltungsspielraum wir als Gemeinde selber haben und wie wir ihn, auf der Grundlage einer guten finanziellen Situation, nützen. Ich bitte euch, geschätzte Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter, den Rechnungsabschluss 2020 zur Kenntnis zu nehmen und hoffe, dass wir bei der Behandlung des Rechnungsabschlusses 2021 im kommenden Jahr voller Vorfreude auf Musifäschtr, Szene Open Air und vor allem auch d’ Luschnouar Kilbi sind. Danke für eure Aufmerksamkeit.“ Gemeinderätin Christine Bösch-Vetter führt namens der Fraktion Die Grünen nachstehenden Generaldebattenbeitrag zum Rechnungsabschluss 2020 aus: „Liebe Gemeindevertreter:innen, lieber Kurt, liebe Zuschauer:innen zu Hause, hinter uns liegt ein Jahr, an das wir uns alle noch lange erinnern werden. Wir werden unseren Kindern und Enkelkindern davon erzählen. Wir haben als Gemeinschaft Erfahrungen gemacht, die sich niemand herbeigewünscht hat. Kein Bürgermeister rechnet damit, dass er eines Tages in einer Pandemie Verantwortung zu tragen hat. Keine Mitarbeiterin im Rathaus rechnet damit, dass sie eines Tages Nasenabstriche verwaltet. Kein Lehrer hat damit gerechnet, dass er wochenlangen Online-Unterricht abhalten wird. Keine Kellnerin hat damit gerechnet, dass das Wirtshaus über Monate gesperrt bleiben wird. Niemand hat damit gerechnet, dass man einmal vor dem Reichshofsaal in einer Schlange anstehen wird, um sich unter Beobachtung Stäbchen in die Nase zu stecken. Für alle war es notwendig Neues, Ungeübtes, Lästiges zu tun. Ich zolle jedem und jeder meinen Respekt. ganzen Tun einen entsprechenden Platz und Bedeutung haben. Wenn wir heuer mit den Arbeiten an einem Räumlichen Entwicklungsplan beginnen, dann müssen wir das als wichtigen Planungsgrundsatz aufnehmen. Ob Planungen für Spiel- und Freiräume, Mobilität, etc. die Bedürfnisse unserer Kinder müssen uns in besonderer Weise leiten. Das Leitmotiv gibt uns der weltbekannte Stadtplaner Jan Gehl mit auf den Weg: »Wir brauchen eine Gemeinde für 8- und 88-Jährige, denn dann haben wir eine lebenswerte, zukunftsfähige Gemeinde für Jedermann" geschaffen. Wie kaum ein anderer Ort steht Lustenau vor ganz entscheidenden Planungen – RHESI im Westen, und seit der nicht nur für mich überraschenden Trassenentscheidung für die CP-Variante im Osten von Lustenau, eine Straßenplanung. RHESI – Erholung/Sicherheit wird unserer Hochwassergefahr deutlich reduzieren und eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten im Freiraum – ein Tor zu RHESI beim Reichshofstadion und eine Fahrradbrücke Lustenau-Au sind mögliche Leuchttürme in der Erholungslandschaft in Lustenau am Rhein. CP – nach den neuesten Berechnungen der ASFINAG eine Chance auf eine große Verkehrsentlastung, aber viele Menschen, nicht nur BewohnerInnen des östlichen Siedlungsrands, fürchten negative Auswirkungen des großen Straßenprojekts. Die Zerschneidung unseres Siedlungsgebiets durch eine hochfrequentierte Verkehrsachse mit hohem Schwerverkehrsanteil darf nicht durch ein Projekt aufgehoben werden, das uns vom wertvollen Naherholungsgebiet Lustenauer Ried abtrennt und dieses durchschneidet. Nicht nur für mich war die Z-Variante für Lustenau zielführender und die Trassenentscheidung bis heute nicht wirklich nachvollziehbar. Wir werden die Interessen für unseren Lebens- und Wirtschaftsraum Lustenau im Planungsprozess für das CP-Vorprojekt bestmöglich und mit aller Kraft vertreten. Ich gebe offen zu, aus heutiger Sicht, ohne Kenntnis der genauen Details und finanziellen und technischen Möglichkeiten bereitet mir der Gedanke an den bevorstehenden Planungsprozess und mögliche Auswirkungen auf unsere Gemeinde große Sorge. Oder um mit Heine zu sprechen: Denk’ ich an die CP in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Die wohl entscheidende Frage: Wird es gelingen, Lustenau so vom Verkehr zu entlasten, wie Carina Lechtaler von der Initiative Lebensraum Lustenau seit Jahren hofft und dafür im Regionalforum kämpft, ohne Lustenau so zu belasten, wie es Eugen Schneider von der gleichnamigen Initiative befürchrathaus Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 24 / 21 27

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