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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 34 | Freitag 27. August 2021

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Kultur Hofkultur geht

Kultur Hofkultur geht ins Finale Das Lustenauer Kultur-Festival „Hofkultur“ am Gutshof Heidensand startet in die letzte Woche, bevor ab September das Gelände wieder landwirtschaftlich genutzt wird. Fürs letzte Wochenende stehen zwei besondere Highlights auf dem Programm. An drei Terminen inszeniert das Vorarlberger Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung mit „Jedermann (stirbt)“ von Ferdinand Schmalz die zeitgemäße Neuinterpretation des vielgespielten Klassikers von Hugo von Hofmannsthal. Der Autor nimmt dem Text seinen fast schon liturgischen Charakter, spitzt die Dramaturgie des Originals zu, schärft die Konflikte, schraubt lustvoll an Sprache und Versmaß, bricht altertümliche Klischees Kultur Hofkultur Vollständiges Programm unter www.lustenau.at/hofkultur DONNERSTAG, 26.8. FREITAG, 27.8. SAMSTAG, 28.8. JEWEILS UM 20.30 UHR „Jedermann (stirbt)“ von Ferdinand Schmalz / Theater vom Ensemble für unpopuläre Freizeitgestaltung Im Rondell beim Gutshof Heidensand, bei schlechtem Wetter gibt es eine Indoor-Variante im Freudenhaus Lustenau. Eintritt: 20,– EUR im VVK; 22,– EUR an der AK SAMSTAG, 28.8., 17 BIS 20.30 UHR SONNTAG, 29.8., 17 BIS 21 UHR Filminstallation „Ida‘s Weg“ von Margit Bartl-Frank Die Künstlerin ist anwesend. SONNTAG, 29.8., 17 UHR Historischer Spaziergang zum Thema mit Startund Endpunkt am Gutshof Heidensand (Dauer: ca. 90 Minuten) und anschließender Diskussionsrunde. Mit Künstlerin Margit Bartl-Frank, Eugene Quinn (Wiener Urbanist) und Peter Niedermair (Gründungsgeschäftsführer „erinnern.at“) Eintritt und Teilnahme frei Die Neuinterpretation Jedermann (stirbt) wird an drei Terminen unter freiem Himmel aufgeführt. Alle Veranstaltungen finden im Rahmen der Reihe „Hofkultur 2021“ beim Gutshof Heidensand (Schmitterstraße 4a) statt. Kartenvorverkauf online unter www.lustenau.at/hofkultur oder im BOTTA 12 Nr. 34 / 21 | Lustenauer Gemeindeblatt

In ihren Arbeiten setzt sich Margit Bartl-Frank mit der Grenze zur Schweiz auseinander. auf und erneuert die Ikonografie. Der reiche Kerl ist in dieser Version ein knallharter Geschäftsmann neoliberalen Zuschnitts, den es nicht anficht, dass draußen vor seinem fest umzäunten Garten das Chaos tobt, das Kriegsrecht ausgerufen und mit Toten zu rechnen ist. Johannes Gabl macht den zeitgemäßen Jedermann im Heute fassbar, Regie führt Stephan Kasimir und die minimale, aber punktgenau Ausstattung der Szenerie hat Caro Stark entworfen. Weitere Darsteller:innen sind Maria Fliri, Helga Pedross, Benjamin Vanyak und Maria Strauss. Während das Stück im Freiluft-Rondell des Gutshof Heidensand spielt (bei schlechtem Wetter im Lustenauer Freudenhaus), richtet die Künstlerin Martin Bartl-Frank ihren Blick auf das andere Ende des Heidensand-Areals: Im Zentrum ihrer Auseinandersetzung steht die Schweizer Grenze und deren Bedeutung während des 2. Weltkriegs. Wo heute idyllische Wanderwege verlaufen, versuchten ab 1938 tausende jüdische Flüchtende ihr Leben zu retten und über die Grenze den Nazi-Schergen zu entkommen. Margit Bartl-Frank hat ihre Recherche zum Thema inklusive Interviews mit damaligen Fluchthelfer:innen zu einer intensiven Video-Installation verarbeitet, die sie am Samstag und Sonntag am Heidensand zwischen 17 und 20.30 Uhr zeigen wird. Die Künstlerin wird an beiden Terminen vor Ort sein, am Sonntag ist zusätzlich ein historischer Spaziergang geplant, bei dem sie gemeinsam mit Eugene Quinn (Wiener Urbanist) und Peter Niedermair (Gründungsgeschäftsführer von „erinnern.at“) zum Rohr wandert, im Anschluss gibt es eine Diskussionsrunde am Heidensand. Der Eintritt sowie die Teilnahme an der Wanderung sind kostenlos. Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 34 / 21 13

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