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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 37 | Freitag 11. September 2020

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Umwelt Wir Sonnenkinder

Umwelt Wir Sonnenkinder vom Schlatt Bald tönt wieder das Sonnenlied durch die Gänge und die Kinder strahlen mit der Sonne um die Wette, wenn sie von den UV-Perlen oder vom Rührei aus dem Solarkocher erzählen: Ihr Kindergarten „Am Schlatt“ ist Vorarlbergs erster Sonnenkindergarten. Die Kinder lernen spielerisch und experimentell die Kraft der Sonne kennen und haben sichtlich Spaß dabei. Und was wäre ein Sonnenkindergarten ohne Sonnenstrom? Ihn bezieht der Kindergarten von der neu errichteten 9,6 kWp großen Photovoltaikanlage. Eine Anzeigetafel im Eingangsbereich informiert über die Energieerzeugung auf dem Kindergartendach. Binden die Pädagoginnen das Thema Sonnenenergie auch noch in den Kindergartenalltag ein, darf sich ein Kindergarten Sonnenkindergarten nennen. Förderpaket Eine sinnvolle Kombination, wie Carmen Jungmayr vom Energieinstitut Vorarlberg treffend erklärt: „Sonnenkindergärten bringen die Energieautonomie vom Kindergartendach direkt in die Köpfe.“ Deshalb wird das Förderprogramm auch nur im Paket angeboten: Eine Fortbildung zum Thema Sonnenenergie, Leiterin Lisa Grabher und ihr Team vom Sonnenkindergarten bringen den Kindern das Thema Sonnenergie kindgerecht und kreativ nahe. Unerschöpflich Ein Angebot, das man in Lustenau gerne angenommen hat, Klimaschutz und Umweltbildung sehen die Kindergartenpädagoginnen wie die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung als Auftrag. „Im Sonnenkindergarten können wir den Kindern die unerschöpfliche Kraft der Sonne sichtbar und begreifbar machen. Durch das Experimentieren und Erforschen lernen sie auch, dass die Nutzung der Sonnenenergie eine große Zukunft hat“, freut sich Umweltgemeinderätin Christine Bösch-Vetter. Rührei aus dem Solarkocher: Im Sonnenkindergarten „Am Schlatt“ lernen die Kinder spielerisch und experimentell die Kraft der Sonne kennen. (Foto Markus Gmeiner) ein Praxishandbuch mit kreativen Ideen und eine „Sonnenbox“ mit tollen Materialien helfen den Pädagoginnen und Pädagogen das Thema einfach und spielerisch im Kindergartenalltag umzusetzen. Gemeinsam werden unterschiedliche Sonnen gebastelt, Sonnenblumen gepflanzt, Sonnenbrötchen gebacken und Sonnen-Lieder gesungen. Die selbstgebastelten Armbänder aus UV-Perlen, die sich bei zu viel UV-Einstrahlung verfärben, zeigen den Kindern ganz genau, dass es Zeit für Sonnencreme ist. Wie viel Kraft die Sonne hat, erleben die Kinder auch beim Kochen mit dem Solarkocher und beim Einsatz als „Energiewandler“. Mit ihrer eigenen Muskelkraft erzeugen sie auf einem Fahrrad elektrische Energie für ihre Seifenblasenmaschine. Im ganzen Kindergarten kleben Sonnensymbole auf Steckdosen und „Stromfressern“. Was die Kinder in einem Sonnenkindergarten machen, zeigt aktuell die Ausstellung im Landhaus, die am 8. September feierlich eröffnet wurde. 22 Nr. 37 / 20 | Lustenauer Gemeindeblatt

Soziales Tierische Freude über eine nicht alltägliche Begegnung Herr Holzer war glücklich und seine Kinder sind noch immer berührt. „So haben wir Papa seit langem nicht mehr lachen gesehen.“ Der Grund für die Freude war ein Pferd namens Schnuffi. Das Islandpony war zu Besuch im Seniorenhaus Hasenfeld und ist prompt zum Liebling der Bewohnerinnen und Bewohner geworden. Eigentlich bietet Christine Mennel reitpädagogische Betreuung für Kinder an und ihre Schwester Anna Mennel betreut Menschen im Seniorenhaus Hasenfeld. Weil die Kinder so positiv auf die Pferde reagieren, gab es in Annas Kollegenkreis die Idee, Christine mit ihrem Islandpferd ins Seniorenhaus einzuladen. Der Besuch könnte der Beginn einer langen Freundschaft werden. „Wir wussten nicht, wie unsere Bewohnerinnen und Bewohner reagieren würden. Aber warum sollte ein Pferd nicht auch alten Menschen guttun?“, erzählt Wohnbereichsleiterin Anita Juhaszne-Kertesz. Und sie sollte Recht haben, mehr noch: Das kleine Islandpony hat Großes bewirkt: „Schnuffi hat es geschafft, unsere Bewohnerinnen und Bewohner richtig zu aktivieren, die Begegnung mit ihm weckte ihre Erinnerungen und hat uns allen unbeschwerte Momente geschenkt. Er ist ein wahrer Seelenöffner!“ Christine Mennel ist überrascht, wieviel Freude ihr Besuch mit dem Pony ausgelöst hat: „Schnuffi hat sich als Naturtalent erwiesen. Es war wunderschön zu erleben, wie sehr sich die alten Menschen dem Pferd öffneten, wie glücklich sie waren, als sie das Pony streicheln und füttern durften.“ Seit einem Jahr bietet die fast fertig studierte Erziehungswissenschaftlerin mit Unterstützung ihrer Islandponys reitpädagogische Betreuung für Kinder und vermittelt ihnen spielerisch den Zugang zu Pferden. „Das jüngste Kind ist ein quirliges 1,5 jähriges Mädchen, aber sobald es auf dem Pferd sitzt, wird es ruhig und fröhlich. Die Kinder lernen, liebevoll und verantwortungsbewusst mit Tieren umzugehen und auch miteinander, denn eine reitpädagogische Stunde gestalten mindestens zwei Kinder gemeinsam.“ Das kommt gut an, die Kurse auf Christines Steffelerhof sind schnell ausgebucht. Für einen Besuch im Seniorenhaus soll aber immer Zeit bleiben. Im Seniorenhaus Hasenfeld leben Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und Betreuungsbedarf. Der Besuch von Christine und Islandpony Schnuffi war aber für alle ein Highlight und er soll nicht der letzte bleiben. Vielleicht treffen sie dann nicht nur den beliebten Mitbewohner auf vier Pfoten, Kater Felix, sondern noch andere tierische Freunde. Anita Juhaszne-Kertesz und ihre Kolleginnen und Kollegen haben nämlich beschlossen, einen kleinen Haustiergarten einzurichten. Islandpony Schnuffi bezauberte alle im Seniorenhaus Hasenfeld. Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 37 / 20 23

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