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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 39 | Freitag 25. September 2020

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Historisches Archiv

Historisches Archiv Archivgespräch zu Gast bei der Hofkultur Über 40 Besucherinnen und Besucher ließen sich am Montag, den 7. September, das Archivgespräch am Gutshof Heidensand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hofkultur“ nicht entgehen. Oliver Heinzle vom Gemeindearchiv referierte vor Ort über die Geschichte des Gemeindegutshofes. Weiterer Vortrag bei nächster Hofkultur Ein weiterer Vortrag wird sich bei der nächsten Auflage der Hofkultur 2021 mit den Ereignissen ab den 1950er Jahren auseinandersetzen und sich mit dem damaligen Wandel in der Archiv zu Gast bei der Hofkultur Der Referent stellte fest, dass sich in der Geschichte des Gutshofes viel von der allgemeinen Historie des 20. Jahrhunderts spiegelt und dass dieser, je nachdem aus welchem politischen Lager die Quellen stammen, durchaus sehr unterschiedlich wahrgenommen worden ist. Die Errichtung des Gutshofes ist eng mit dem von 1924 bis 1927 erfolgten Bau des Versorgungsheimes verknüpft, da dort für dessen Bewohner Nahrungsmittel produziert wurden und das Versorgungsheim wiederum Arbeitskräfte für die landwirtschaftlichen Arbeiten stellte. Eine Kultivierung des gemeindeeigenen Bodens am Heidensand, das zuvor immer wieder Überschwemmungsgebiet war, konnte allerdings erst im Zuge der Rheinregulierung und der Fertigstellung des Diepoldsauer Durchstiches ab dem Jahr 1923 erfolgen. Der Gutshof Heidensand in den 1950er Jahren. (Foto unbekannt) Landwirtschaft, den Betriebsansiedelungen auf dem Land des Gutshofes, der Verpachtung der Liegenschaft, dem Aufkommen eines allgemeinen Umweltschutzbewusstseins und auch der Frage nach einer „bäuerlichen Identität“ in Lustenau beschäftigen. Eine erweiterte Fassung der beiden Vorträge wird in einer der kommenden Ausgaben der Lustenauer Neujahrsblätter erscheinen. Damit werden auch all jene, die vergangene Woche verhindert waren, die interessante Geschehnisse rund um den sich heute noch in Gemeindebesitz befindenden Gutshof nachlesen können. Erntearbeiten am Heidensand in den 1950er Jahren. (Foto unbekannt). Politische Auseinandersetzungen Wie der Vortrag von Oliver Heinzle verdeutlichte, beschäftigte der Gutshof die Gemeindepolitik seit Beginn an immer wieder. Die starken politischen Lagerkämpfe in Lustenau, vor allem in Bezug auf die Besetzung des Verwalterpostens, spielten für den Gutshof eine entscheidende Rolle und führten sowohl in der Zwischenkriegszeit als auch in der Zeit des Nationalsozialismus und danach jeweils zu einer Neubesetzung der Stelle. 16 Nr. 39 / 20 | Lustenauer Gemeindeblatt

Soziales „Demenz – wir müssen reden“ am Welt-Alzheimertag Der jährliche Welt-Alzheimertag am 21. September stand heuer unter dem Motto „Demenz – wir müssen reden!“ Die Aktion Demenz legt seit vielen Jahren den Fokus auf Teilhabe von Menschen mit Demenz, im Jahr 2020 mit dem Schwerpunkt Nachbarschaften. Nachdem coronabedingt ein Teilhabeprojekt verschoben werden musste, wurde während des Shutdown eine Inseratserie lanciert, die die Bedeutung guter Nachbarschaft für Menschen mit Demenz und deren pflegendes Umfeld deutlich macht. Einsamkeit im Alter ist einer der Hauptrisikofaktoren für eine demenzielle Erkrankung, und gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie viele Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. oder ‚Unsere Straße ist voller Geschichten‘, dann haben Sie das Glück, sich in einer Modellgemeinde der Aktion Demenz aufzuhalten. Dann wäre es schön, wenn Sie beginnen würden, über Demenz zu reden, in der Nachbarschaft, in der Verwandtschaft und überall, wo Sie sich in Gesellschaft von freundlichen Menschen befinden. Wenn uns das gelingt, ist viel gewonnen“, lädt Organisatorin Silvia Benz zum Mitmachen ein. Taschen tragen Botschaften in die Öffentlichkeit In der Woche ab dem 21. September, dem Welt-Alzheimertag, wurden umweltfreundliche Stofftaschen aus Baumwolle in allen drei Lustenauer Apotheken ausgegeben und ähnliche Botschaften in die Öffentlichkeit getragen, um für gute Nachbarschaft zu sensibilisieren. Man kann nicht genug betonen, wie positiv sich eine interessierte Frage oder ein unkompliziertes Angebot zum Einkaufsdienst auf das Wohlbefinden von älteren Menschen auswirkt – auch wenn diese Unterstützungsangebote vielleicht nie wahrgenommen werden. Das Wissen, das da jemand ist, reicht oft schon, um sich sicher und geborgen zu fühlen. „Wenn Sie also diese Woche eine besonders schöne Stofftasche entdecken mit Sätzen wie: ‚Unser WhatsApp ist der Gartenzaun‘ Über Demenz reden: Die Taschen mit Botschaften werden in den Aphotken verteilt. Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 39 / 20 17

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