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Lustenauer Gemeindeblatt Nr. 7 | Freitag 19. Februar 2021

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Amts- und Anzeigenblatt der Marktgemeinde Lustenau | Erscheint jeden Freitag, Erscheinungsort und Verlagspostamt: 6890 Lustenau

Das Haus Flurstraße 30

Das Haus Flurstraße 30 wurde 1858 erbaut. (Fotos Lukas Hämmerle) Historisches Archiv Bauerbe Stickerhäuser – Die ersten Sticker 1840 wurde in der Schweiz die erste serienreife Handstickmaschine entwickelt. Die ersten zwei Handstickmaschinen Vorarlbergs wurden 1869 in Lustenau (Kapellenstraße 7) aufgestellt. Aufgrund der guten Verdienstmöglichkeiten investierten bald viele Lustenauer in Handstickmaschinen. Eine im Jahr 1880 – zehn Jahre nach der Einführung der Stickerei in Lustenau – von der Gemeinde erstellte Liste weist 333 Stickereiproduktionsstandorte aus. 13 dieser Gebäude existieren heute noch. Dabei handelte es sich ursprünglich um Bauernhäuser, deren genaues Entstehungsjahr oft nicht mehr eruiert werden kann, da keine alten Bauakten vorhanden sind. Während ein Teil dieser Häuser wohl bereits im 18. Jahrhundert oder noch früher erbaut wurde, kann ab 1835 bei einigen ein Baujahr in den darauf folgenden Jahrzehnten festgestellt werden. Die Stickerei löste in Lustenau schnell die vorher ebenfalls im Nebenerwerb betriebene Handweberei ab und bereits vorhandene Webkeller in den Bauernhäusern wurden nun als Sticklokale genutzt (z. B. Flurstraße 30). Es erfolgten aber auch schon damals Anbauten, um die Stickmaschinen unterzubringen (Rosenlächerstraße 11). Mit 476 Stück standen im Jahr 1880 rund ein Drittel der in Vorarlberg betriebenen Handstickmaschinen in Lustenau. In der von der Gemeinde angelegten Stickmaschinenbesitzerliste dominieren Standorte mit nur einer (250 Adressen) bzw. zwei (60 Adressen) Maschinen. Für diese Lohnsticker, die oft auch noch eine Landwirtschaft betrieben, war die Anschaffung der rund sechs Meter langen und zwei Meter hohen Plattstichstickmaschinen mit hohen Investitionskosten verbunden. Die Ausstellung „Bauerbe Lustenauer Stickerhäuser – Eine Bestandsaufnahme“ dokumentiert über 400 heute noch existie- 20 Nr. 07 / 21 | Lustenauer Gemeindeblatt

über 500 Farbabbildungen enthaltende Katalog zur Ausstellung ist um 32,– Euro u. a. im DOCK 20 erhältlich. Einen vertiefenden Blick zum Thema Stickerei vermittelt die Ausstellung „Eine kurze Geschichte der Vorarlberger Maschinenstickerei“ in den Räumlichkeiten des Vereins „Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation (S‐MAK)“ in der Hofsteigstraße 21 in Lustenau, wo Fotograf Lukas Hämmerle während des Ausstellungszeitraumes weitere im Zuge des Dokumentationsprozesses entstandene Fotoarbeiten präsentiert. Im 1832 erbauten Haus Kapellenstraße 7 stellte Josef Hofer 1869 die ersten zwei Handstickmaschinen in Vorarlberg auf. rende Gebäude mit Stickereibezug, darunter viele sogenannte „Stickerhäuser“ aus der Lustenauer Gründerzeit. Anhand hochwertiger Fotografien der Bauobjekte sowie Reproduktionen von alten Bauplänen wird deutlich, wie die in Lustenau lange Zeit absolut dominante Stickereiwirtschaft in den letzten 150 Jahren Architektur, Ortsbild und damit einhergehend die Lebenswelten in der Gemeinde prägte. Die aktuellen Architektur-Fotografien von Lukas Hämmerle und Max Fetz treten in der Ausstellung in Dialog mit den historischen Dokumenten und Bauakten. Das aufwendige Display für die Ausstellung wurde von den Bühnenbildnern Valentin Hämmerle und Jan Klammer erarbeitet. Das Rahmenprogramm zur Ausstellung setzt sich coronabedingt mit einem Fokus auf Veranstaltungen im Freien zusammen und wird laufend den aktuellen Auflagen angepasst. Jeweils tagesaktuelle Infos finden Sie online unter: www.lustenau.at/dock20. Der hochwertig produzierte, Bauerbe Lustenauer Stickerhäuser Ausstellung DOCK 20, Kunstraum und Sammlung Hollenstein Pontenstr. 20 www.lustenau.at/dock20 Öffnungszeiten: FR, SA, SONN- UND FEIERTAGE, 15 BIS 19 UHR Erweiterte Eröffnung 19.02.2021, 15 BIS 19 UHR freier Eintritt, unter Einhaltung der aktuell geltenden Sicherheitsvorkehrungen Das Haus in der Rosenlächerstraße 11 wurde vermutlich bereits vor 1808 erbaut und 1879 um ein Sticklokal erweitert. Lustenauer Gemeindeblatt | Nr. 07 / 21 21

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